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Mit Ausnahme einiger Betten für akute Notfälle im Zusammenhang mit Überdosen (die sog. Krisendetoxifikation) richtet sich die stationäre Behandlung fast gänzlich auf das Erreichen eines Abstinenzzustands. Problematisch ist, daß es verschiedene Gruppen von Drogenkonsumenten gibt, die zwar stationärer Hilfe bedürfen, bei denen Abstinenz jedoch nicht als realistische Zielsetzung gelten kann. Zum Zeitpunkt der Aufnahme befinden sie sich meist in einer Notlage, die keine fundierten Zukunftspläne möglich macht. Das einzige echte Bedürfnis, das sie dann haben, ist Ruhe und eine Umgebung, in der sie wieder zu sich selbst finden können. Wenn Abstinenz in einer solchen Situation als Ziel formuliert wird, gibt, wie die Praxis zeigt, eine große Zahl von Klienten sofort auf oder bricht die Behandlung vorzeitig ab. Dies ist ein Grund, das Behandlungsangebot auch im stationären Bereich nach Ziel und Inhalt zu differenzieren.
Neben der Betreuung, die auf die Erreichung des Abstinenzzustands ausgerichtet ist, sollen im stationären Bereich auch Programme angeboten werden, die weniger weitreichende Zielsetzungen haben z.B. die Stabilisierung und Verbesserung der Situation des (drogenabhängigen) Klienten. In der heutigen Situation kann der Klient nur zwischen verschiedenen auf Abstinenz ausgerichteten Programmen wählen, die meist langfristig angelegt sind. Kurzzeit- und Teilzeitbehandlungen, die nicht direkt auf Abstinenz, sondern auf Stabilisierung und Verbesserung ausgerichtet sind, sind stark unterrepräsentiert.
Mit der Einrichtung des Stationären Motivationszentrums (Intramuraal Motivatie Centrum/IMC) in Amsterdam wurde in dieser Richtung ein Anfang gemacht. Die Schaffung stabiler, sicherer Lebensumstände ist hier die primäre Aufgabe. Auf dieser Grundlage kann eine geeignete Folgebehandlung (innerhalb oder außerhalb des stationären Bereichs) gewählt werden. Mit der Entwicklung eines hierfür geeigneten Programms wird die Chance größer, daß Gruppen, die bisher nicht oder kaum erreicht worden sind, Kontakt mit Hilfseinrichtungen bekommen und behalten. Zu diesem Zweck sollen innerhalb der stationären Einrichtungen von Anfang an Aspekte der Resozialisierung berücksichtigt werden. Versuche, bei denen eine Art Wohnbetreuung und eine Hinführung zur Arbeit als Bestandteil einer integralen Behandlung miteinander kombiniert werden, sind hierfür ein konkretes Beispiel. Wir werden darauf hinwirken, daß auch die stationären Einrichtungen solche auf gesellschaftliche Wiedereingliederung ausgerichteten Projekte durchführen.
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