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Über den Umfang des Inlandsmarktes für weiche Drogen gibt es verschiedene Schätzungen. Nach einer neueren Schätzung sollen die Niederländer jährlich weiche Drogen im Gegenwert von ca. 500 Millionen Gulden konsumieren. Der gesamte Inlandsabsatz, einschließlich des Verkaufs an Touristen, soll einen Wert von 800 Millionen Gulden (Konsumwert) haben. Dieser Markt hat der organisierten Kriminalität Möglichkeiten eröffnet*. Bei der Hälfte des konsumierten Cannabis handelt es sich um Haschischsorten aus Asien, dem Nahen Osten und Nordafrika; eine geringere Menge kommt aus Südamerika, insbesondere aus Kolumbien. Marokko ist mit knapp 75% der größte Lieferant. Es gibt Hinweise darauf, daß ein erheblicher Teil des importierten Haschischs wieder exportiert wird. Die Betriebsführung dieser häufig von Niederländern geleiteten Exportorganisationen ist sehr professionell und auf Kontinuität ausgerichtet.
Im Jahre 1994 wurden über 43 Tonnen Haschisch und fast 195 Tonnen Marihuana beschlagnahmt. Die Zahl der gefundenen und vernichteten "Nederwiet-Pflanzen", also des niederländischen Hanfs, stieg auf 558.000. Mehre im Ausland beschlagnahmte Partien Cannabis waren, wie festgestellt wurde, für die Niederlande bestimmt. Trotz dieser Fahndungserfolge wurde der niederländische Markt unverändert gut beliefert.
Der Marktanteil des Nederwiets, an in den Niederlanden konsumierten weichen Drogen, soll inzwischen 50% betragen. Die in den Niederlanden seit alters vorhandene Kenntnis von Gartenbau- und Veredelungstechniken hat zur Erreichung dieses Marktanteils beigetragen. Nederwiet gilt als Qualitätsprodukt und ist daher vor allem bei Jugendlichen beliebt.
Die Jahresumsätze - Import, Inlandsabsatz, Export und Transithandel - mit weichen Drogen werden auf 6,5 Milliarden Gulden geschätzt. Schließlich muß noch erwähnt werden, daß Niederländer auch anderswo in der Welt am Handel mit weichen Drogen beteiligt sind*. Diese Aktivitäten fallen primär unter die Jurisdiktion der betreffenden Länder.
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